In einer abschließenden Betrachtung des Krisenmanagement, werden in diesem Beitrag konkrete Maßnahmen vorgestellt, wie eine Sanierung erfolgen kann. Der Beitrag setzt dabei ihr Wissen um das Krisenmanagement, Krisenursachen und Krisensymptome vorraus, sowie die Grundlagen zum Sanierungsverfahren.

Sanierungsmaßnahmen können nach ihrer Zeitdimension hin unterschieden werden, d.h. man berücksichtigt den zeitlichen Umsetzungshorizont von Maßnahmen. Weitere praktische Beispiele erhalten Sie in folgendem Buch: Jakob Rümmler: Die Sanierung von Unternehmen

Sanierungsmaßnahmen

Kurzfristige Sanierungsmaßnahmen

Kurzfristige oder auch operative Sanierungsmaßnahmen haben das Ziel des „Stop the Bleeding“, d.h. Maßnahmen sollen schnelle Erfolge bewirken. Hierzu liegt der Fokus auf den Kosten im Unternehmen. Man kann dabei in vielen Unternehmensbereichen kurzfristige Maßnahmen durchführen. Im Finanzbereich können Warenvorräte, Forderungsbestände und nicht betriebsnotwendiges Anlagevermögen verringert werden. Dies erfolgt durch einen Verkauf dieser Bestände und führt unmittelbar zu Liquidität. Sollte die Unternehmenskrise nicht an finanziellen Krisenursachen festgemacht werden können, so können auch Sanierungsmaßnahmen, welche als „mittelfristig“ angesehen werden zu kurzfristigen werden. Beispielhaft hierfür wäre eine Unternehmenskrise durch mangelnde Nachfolger. Die Liquidität wäre dabei dann keine Krisenursache, eine Stop the Bleeding Maßnahme wäre dabei dann die Bestellung eines Interimmanagers, der die Führung des Unternehmens auf Zeit begleitet.

Mittelfristige Sanierungsmaßnahmen

Mittelfristige Sanierungsmaßnahmen sollen zu positiven Ergebnisauswirkungen beitragen. Man möchte sich durch die kurzfristigen Maßnahmen Zeit verschaffen um im mittelfristigen Bereich Handlungsspielräume zu schaffen um die Umsätze zu stabilisieren, die Kostenstruktur zu verbessern oder aber auch die Organisationsstukturen verändern. Im Führungsbereich sind mittelfristige Maßnahmen  die Motivation der Mitarbeiter und die Wahl eines geeigneten Führungsstils um schnelle Entscheidungen zu ermöglichen. In der Beschaffung können ebenfalls Lagerbestände reduziert werden und neue Beschaffungsquellen gesucht werden um zukünftige Kosten zu senken. Im Produktionsbereich können Kapazitäten angepasst werden und das Qualitätsniveau überprüft bzw. angepasst werden. Zudem könnte auch das Fertigungssortiment verringert werden um Produkte ohne Deckungsbeitrag aus dem Sortiment zu nehmen. Auf dem Absatzmarkt könnte durch Sonderverkäufe oder eine angepasste Preisgestaltung der Absatz verstärkt werden. Außerdem wäre eine Überprüfung der Produktvarianten ein weiterer Beitrag um Kosten zu reduzieren. Im Personalbereich könnten durch Personalabbau Kosten eingespart werden. Mittelfristig sollte jedoch auch versucht werden die Komplexität in Geschäftsprozessen zu verringern und flache Hierarchien integriert werden.

Strategische Sanierunsmaßnahmen

In die strategische Sanierung gehört die langfristige Planung des Unternehmens, also wie die aktuelle Krise auf Dauer abgewendet werden kann. Hierbei rückt zumeist die Geschäftsfeldplanung, die Organisationsstrukturplanung und die Führungskräfteplanung in den Vordergrund. Denkbar sind hierbei die Kooperation mit einem Marktpartner, Personalabbau oder auch eine Überprüfung des Produktportfolios mit entsprechender Eliminierung von Problemprodukten. Auch der Verkauf von verlustbringenden Beteiligungsgesellschaften wird als strategische Sanierungsmaßnahme angesehen.

Strategische Sanierungsmaßnahmen können zudem auch in einer Änderung der Rechtsform sein, die Ausgliederung von Teilbereichen der Unternehmung oder eine Veränderung der Beteiligungsstruktur.

Die Maßnahmen müssen selbstverständlich kontrolliert werden, weshalb im Zuge eines Sanierungskonzeptes auch Frühwarnindikatoren definiert werden, um Abweichungen von der Planung möglichst frühzeitig zu erkennen.

Abschließend kann der Ablauf einer Sanierung wie folgt veranschaulicht werden.

Ablauf einer Unternehmenssanierung

 

Weitere Informationen zum Sanierungsverfahren erhalten Sie unter:

Weitere Informationen zum Krisenmanagement erhalten Sie unter: