Wie bereits in den vorherigen Beiträgen, liegt der aktuelle Fokus des Blogs auf dem Krisenmanagement von Unternehmen. Ist kein Krisenmanagement im Unternehmen integriert und es kommt zu einem Sanierungsverfahren bzw. einem Insolvenzantrag, so findet dort eine Sanierungsfähigkeitsprüfung statt. Diese werden wir in diesem Beitrag näher betrachten. Eine Sanierungsfähigkeitsprüfung durchläuft mehrere Phasen. Leser, die sich eine kurzen Überblick über die Unterschiede im Insolvenzrecht in Deutschland und Österreich machen, können auf das entsprechende Land klicken und werden zum Wikipedia Beitrag weitergeleitet.

Als Voraussetzung für eine Sanierung müssen folgende Eigenschaften bestehen. Es muss eine Sanierungsbedürftigkeit bestehen, eine Sanierungsfähigkeit, sowie eine Sanierungswürdigkeit. Sanierungsbedürftigkeit besteht, wenn das Unternehmen nicht in der Lage ist, eine Krise aus eigener Kraft zu überwinden. Eine Sanierungsfähigkeit besteht, wenn das Unternehmen eine wirtschaftliche Basis besitzt und diese auch erhalten kann. Dies wird ermittelt, indem der Fortführungswert dem Liquidationswert gegenüber gestellt wird. Ist der Liquidationswert größer als der Fortführungswert des Unternehmens, so besteht keine Sanierungsfähigkeit. Die Sanierungswürdigkeit ist gegeben, wenn das Unternehmen die Anforderungen der Gläubiger über die Sanierungsfähigkeit hinaus erfüllen kann. Hierbei kommt es nicht nur auf quantitative Größen an, sondern auch auf das „Klima“ zwischen Gläubiger und Schuldner. Zusätzlich zu den Gläubigern wird auch die Interessenslage der Arbeitnehmer, der Geschäftsführung und des Staates mit aufgenommen.

Krisenerkennung

In der Ersten Phase der Sanierungsfähigkeitsprüfung geht es darum, dass geprüft wird ob eine Sanierungsbedürftigkeit besteht. Es geht hierbei also darum, Krisensymptome und Krisenursachen zu erkennen. Außerdem wird hierbei überprüft ob nicht bereits eine Insolvenz vorliegt.

Grobanalyse

In der Grobanalyse findet eine erste Analyse hinsichtlich der Stärken und Schwächen eines Unternehmens statt (SWOT Analyse). Anhaltspunkte für die SWOT Analyse findet man in Unterlagen des Unternehmens und weiteren Dokumenten oder auch bei persönlichen Gesprächen mit der Geschäftsführung und Mitarbeitern. Wichtig ist, dass man sich auf wenige Kennzahlen bei der Grobanalyse beschränkt.

Sofortmaßnahmen

Sofortmaßnahmen werden immer wieder unter „Stop the Bleeding“-Methoden genannt. Das heißt es sollten keine langfristigen Entscheidungen getroffen werden, sondern sofortige Maßnahmen, deren Folgen die maßgeblichen Probleme des Unternehmens lindern. Meist ist dies die Sicherung der Liquidität oder die Aufrechthaltung der Motivation der Mitarbeiter.

Feinanalyse

Die Feinanalyse wirdt einen genaueren Blick auf das Unternehmen und seine Umwelt. Tools zur Analyse der Umwelt sind eine Branchenstrukturanalyse, eine Lieferantenanalyse oder auch eine Wettbewerbsanalyse. Ziel ist eine detailliertere SWOT-Analyse des Unternehmens erstellen zu können. Weiterhin werden in der Feinanalyse auch die Finanz- und Ertragslage betrachtet, die Eigenschaften des Management (Qualifikation und Sanierungserfahrung), sowie eine Analyse der Organisation als Ganzes.

Sanierungskonzept

Im Sanierungskonzept soll die Frage beantwortet werden, wie das Unternehmen weitergeführt werden soll. Es muss sowohl ein Sanierungskonzept zur Bewältigung der Krise, als auch ein Fortführungskonzept erstellt werden. Strategien zur Reorganisation finden sich in einem früheren Blog Beitrag. Das Sanierungskonzept sollte mit den Basisinformationen des Unternehmens beginnen. Anschließend wird zu einer Analyse der Unternehmenslage übergegangen in der die Analysen der Feinanalyse einfließen. Man betrachtet externe und unternehmensinterne Faktoren, sowie die Stärken- und Schwächen-Analyse des Unternehmens selbst. Weitere Betrachtungsebenen betreffen das Umfeld des Unternehmens, also die Gesamtwirtschaftliche Lage, sowie eine Analyse der Branche und deren zukünftige Entwicklung. Im Sanierungskonzept sollte ebenfalls auch auf die Analyse der Krisen eingegangen werden, sodass Krisenursachen und Symptome genannt werden, sowie Lösungsansätze wie diese Krisen abgewendet werden können. Dieses Maßnahmenbündel ist entscheidend, da darin die Schlüsselrolle in der Bewältigung der Krisen liegt. Dem Sanierungskonzept ist zudem ein Sanierungsplan beizufügen. Dieser enthält einen Ergebnis-, Finanz- und Vermögensplan, welche die Entwicklung nach Maßnahmen des „Stop the Bleeding“ veranschaulichen sollen. Abgeschlossen wir das Sanierungskonzept mit einem strategischen Sanierungsplan, der die langfristige Ausrichtung des Unternehmens beinhaltet.

Beurteilung des Sanierungskonzepts

Die Beurteilung des Sanierungskonzepts bildet den Abschluss der Sanierungsfähigkeitsprüfung.

 

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Weitere Informationen zum Krisenmanagement erhalten Sie unter: