Dieser Beitrag behandelt den Ansatz des Lean Management. Lean Management bedeutet übersetzt schlankes Management. Es geht also darum, dass nur wertschöpfende Tätigkeiten in einer Unternehmung stattfinden. Dieser Ansatz innerhalb des Operation Management ist auch mit den Zielen bzw. Zielkonflikten eines Unternehmens überaus vereinbar.

Unterschieden werden kann Lean Management in die Tätigkeiten in der Produktion, jedoch auch in der Administration. Zunächst einmal betrachten wir die Produktion.

Lean Production

In der Produktion bedeutet „schlank“, dass keine Ressourcen verschwendet werden. Im Lean Management wurden 7 Arten der Verschwendung gefunden, welche es abzubauen gilt.

  • Fläche

Verschwendung bei Fläche bedeutet, dass Fabrikhallen nur so groß gebaut werden, wie diese auch benötigt werden. Da Lean Management bzw. Lean Production ein Prozess ist, kann es laufend zu effizienterer Raumnutzung kommen. Als Lösung wird die Vermietung von freier Fläche vorgeschlagen, welche ansonsten nicht wertschöpfend genutzt wird.

  • Transport

Transport sollte nur dann stattfinden, wenn er sich nicht vermeiden lässt. Die Frage muss daher immer lauten, ob durch eine Neu-Gestaltung der Arbeitsstätten Transport nicht vermieden werden kann?

  • Wartezeit

Wartezeiten bedeuten Ineffizienz in einem Prozess. Hat ein Arbeiter Wartezeiten, sollte betrachtet werden ob dieser Mitarbeiter in dieser Zeit keine weiteren wertschöpfenden Tätigkeiten ausführen kann.

  • Wege

Wege stellen wie Transport ein notwendiges Übel innerhalb der Produktion dar. Muss ein Weg unbedingt gegangen werden oder können die Prozess-Inputs nicht auch zum Mitarbeiter gelangen? Bei einer Gestaltung der Arbeitsstätten sollten Wege nur so lange sein, wie sie es sein müssen nicht länger. Wege gilt es durch stetige Optimierung zu verringern und zu vermeiden.

  • Bestände

Bestände innerhalb der Produktion stehen für eine ungenaue Planung. Kritische Phasen in einem Prozess können nicht gesehen werden, da Bestände diese verdecken. Verringern Sie Bestände und versorgen Sie Mitarbeiter mit so vielen Ressourcen wie nötig, jedoch so wenig wie möglich. Durch geringe Bestände werden Probleme im Prozess sichtbar und können daraufhin überdeckt werden.

  • Fehler / Reparatur

Fehler oder Reparaturen in der Produktion zeigen ineffiziente Prozesse in ihrem Ablauf. Gehen Sie der Ursache von Fehlern durch Reparaturen auf den Grund und geben Sie sich nicht mit Ausschussquoten zufrieden. Jeder Fehler ist ein Fehler im gesamten Produktionsprozess. Zudem sind Fehler die sichtbar werden meist nur die Spitze des Eisbergs, deshalb sollten Sie ein Null-Fehler-Prinzip anführen und der Lösung jedes Fehlers nachgehen.

  • Überproduktion

Überproduktion bedeutet, dass ein Arbeitsschritt innerhalb des Produktionsprozesses nicht auf die anderen abgestimmt ist. Laut dem Kunden-Lieferanten-Prinzip sollte so produziert werden, wie der nächste Arbeitsschritt Ressourcen benötigt. Diese Nachfrageorientierte Ausrichtung führt zu einer Taktung innerhalb des Produktionsprozesses an dem sich alle Stationen ausrichten. Das bekannteste Beispiel hierfür ist die Herstellung eines Automobils, bei dem die Geschwindigkeit des Bandes die Taktung in der Fertigung vorgibt. Dieser Kundentakt kann mit folgender Formel berechnet werden:

Kundentakt Lean Management

Außer dem Kundentakt gehören zu Lean Management weitere Grundsätze die es bei einer Umstellung zu Lean Management zu berücksichtigen gilt. Diese Grundsätze werden im nächsten Beitrag vorgestellt.

Lean Management

Nach der Produktion kommen wir nun zum Büro. Auch dort gibt es 7 Arten der Verschwendung. Ziel ist auch hier die Verschwendung abzubauen und damit die Wertschöpfung zu erhöhen.

  • Wartezeit

Wartezeiten im Büro stellen wie in der Produktion eine nicht wertschöpfende Tätigkeit dar. Wartezeit sollte hierbei nicht mit Ruhezeit oder Pausenzeit verwechselt werden. Wartezeit wäre in diesem Fall, dass ein Mitarbeiter auf die Bestätigung von anderen Warten muss und damit keine Möglichkeit hat eine andere wertschöpfende Tätigkeit in dieser Zeit auszuführen.

  • Liegezeit

Liegezeit in der Administration findet statt, wenn Arbeitsschritte aufgrund von Meetings unterbrochen werden und damit nicht direkt weiter bearbeitet werden. Auch hier sollte man sich Gedanklich das Fließband vorstellen.

  • Fläche / Rückfragen

Große Flächen erschweren die Kommunikation. Umso größer das Unternehmen umso genauer müssen Ansprechpartner definiert werden um unnötige Wege bei Rückfragen zu vermeiden. Stellen Sie die zielgerichtete Kommunikation sicher auch bei steigenden Flächen und Mitarbeiterzahlen.

  • Wegezeit

Große Flächen in der Administration bedeuten längere Wege in der Kommunikation. . Flächen sollten funktional gestaltet werden, sodass Mitarbeiter in einer angenehmen Atmosphäre arbeiten können und Wege sich in Grenzen halten. Auch hier gilt so viele Wege wie nötig, so wenig wie möglich.

  • Bestände / Datenmenge

Datenmengen in Unternehmen steigen stetig. Bewahren Sie den Überblick indem Sie doppelte Daten nicht weiterleiten und bestimmte Daten zusammenfassen und verdichten. Diese Datenbestände sollten ebenso zielgerichtet verwendet werden, wie Bestände in der Produktion. Schaffen Sie Möglichkeiten, dass jeder Mitarbeiter die Informationen erhalten kann, die er zu einem bestimmten Zeitpunkt benötigt.

  • Fläche / Raum

Gestalten Sie die Arbeitsräume so, das Mitarbeiter effizient und angenehm arbeiten können. Vermeiden Sie jedoch zu große und ineffiziente Raumgestaltungen. Auch die Anordnung von Druckern oder weiteren technischen Apparaten sollten innerhalb eines Raums so angeordnet sein, dass die Verschwendung am Geringsten ist.

  • Blindleistung

Lassen Sie nur Tätigkeiten zu, die im Sinne des Unternehmens sinn und damit auch wertschöpfend. Vermeiden Sie Blindleistung indem mehrere Personen die selbe Tätigkeit ausführen. Formulieren Sie Ziele und Strategien um sämtliche Tätigkeiten ihrer Mitarbeiter in eine Richtung stattfinden zu lassen. So kocht nicht jeder sein eigenes Süppchen, sondern alle ziehen an einem Strang in die selbe Richtung.

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