Nachdem bereits Lean Management mit den Bestandteilen Lean Produktion, sowie Lean Management vorgestellt wurde, widmen wir uns jetzt noch einigen Grundsätzen die mit Lean Management in direkter Verbindung stehen.

Lean Management – Grundsätze

  • Wertschätzung

Die Führungskraft hat im Lean Management die Aufgabe jedem Mitarbeiter für seine wertschöpfende Tätigkeit ebenfalls Wertschätzung entgegen zu bringen. Nur motivierte Mitarbeiter stellen ein gutes Produkt in einem guten Prozess her. Der Schlüssel für deren Motivation ist Verständnisbereitschaft und Respekt füreinander. Die Führungskraft sollte sich um die Belange der Mitarbeiter kümmern und den Prozess nach den Wünschen der Mitarbeiter hin optimieren. Sie sind die Experten des Prozesses, die diesen täglich begleiten und ausführen, nicht die Führungskraft.

Die Führungskraft sollte den Prozess dahingehend betrachten, dass Kunden nur für Wertschöpfung bezahlen. Alles was nicht wertschöpfend ist, ist eine offene oder verdeckte Verschwendung. Verdeckte Rüstkosten sind beispielsweise das Rüsten von Maschinen, ein erhöhter Grad an Standardisierung verringert das Umrüsten von Maschinen. Offene Verschwendung kann an Überproduktion erkannt werden. Bestände verdecken immer Fehler im Prozess, daher sollten diese so gering wie möglich gehalten werden.

  • Das Pull Prinzip

Innerhalb des gesamten Prozesses sollte der Weg vom Push-Prinzip hin zum Pull-Prinzip vollzogen werden. Das Pull-Prinzip heißt, dass die Ware von der nachgelagerten Stelle im Prozess „gezogen“ wird. Übertragen auf ein Unternehmen beginnt die Betrachtung damit nicht im Einkauf, sondern im Verkauf. Bei einer noch weiteren Betrachtung geht man vom Endkunden bis hin zu den Inputfaktoren. Produziert bzw. Leistung erstellt wird nur, wenn diese auch von der nachgelagerten Stelle benötigt wird. Um dieses Ziel zu erreichen sollte die Losgröße 1 betragen. Dies bedeutet eine klare Abstimmung und schnelle Reaktionszeiten. Die Konsequenzen sind, dass erheblich weniger Material im Umlauf ist, der Verbrauch steuert die Beschaffung und es wird nicht auf Vorrat produziert, sondern auf Bedarf reagiert.

  • Das Fluss-Prinzip

Der Prozess sollte so angeordnet werden, dass ein gleichmäßiges Fließen von Material möglich ist. Das Fluss Prinzip zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass es keine Staustufen (Puffer) zwischen den Bearbeitungsschritten gibt. Die Konsequenz ist, dass die Durchlaufzeit verkürzt wird, es keine Wartezeit, Staus oder Hektik im Prozess gibt, die Reaktionsgeschwindigkeit im Prozess steigt. Außerdem richtet sich das Layout des Unternehmens am Materialfluss aus.

  • Das Takt-Prinzip

Befolgt man die vorherigen Grundsätze, so wird durch die Nachfrage des Kunden in einem bestimmten Takt produziert. Durch diese Taktung erfolgt im gesamten Prozess ebenfalls ein einheitlicher Takt. Dieser Herzschlag in der Produktion ist innerhalb kürzester Zeit bei allen Beteiligten zu spüren und sorgt ein Team Gefühl, da jeder Mitarbeiter im selben Takt arbeitet. Ein Takt im Prozess bedeutet eine gleichmäßige Auslastung der Produktion, eine Vermeidung von Prozessstörungen zudem erfolgt die Materialversorgung im Rhythmus der Produktion.

  • Das Null Fehler Prinzip

Im gesamten Prozess muss eine Unternehmenskultur der Null Fehler geschaffen werden. Grund hierfür ist, dass später erkannte Fehler eine höhere Verschwendung sind, als wenn Fehler unmittelbar festgestellt werden. Prozesse sollten daher bereits vorausschauend auf Fehler hin untersucht werden. Die Führungskraft und jeder Mitarbeiter muss einen Fehler als einen Anlass zur Verbesserung begreifen. Führt man das Null Fehler Prinzip ein, so ist direkt sichtbar keine Nachbereitung mehr erforderlich, die Prozesssicherheit steigt (Weg zur Prozessexzellenz), zudem bestimmt die Qualität des Prozesses die Qualität der Produkte.

  • Das Standardisierungs-Prinzip

Der Satz „Auf bewährtes zurückgreifen“ gilt auch bei den Grundsätzen im Lean Management. Gerade bei Unternehmen, bei dem Prozesse parallel ablaufen oder mehrere Standorte betreiben sollte man sich immer an den Besten Prozessen orientieren. Standards sind als Basis jeder Veränderung anzusehen, denn nur bei einem einheitlichen Standard können Verbesserungen auch andernorts stattfinden. Ein Standard hat zudem den Vorteil, dass der Erfahrungsaustausch, sowie das Wissen gebündelt werden, wie der Prozess weiterentwickelt werden soll. Die Auswirkungen von Standards sind, dass Mehrfachentwicklungen entfallen, Standards eingefordert und angewendet werden und Standards als die effizienteste und effektivste Lösung bekannt sind.

  • Kontinuierliche Verbesserung

Sind Standards definiert, so ist der nächste Schritt, dass der Prozess auf Verbesserungen und Optimierungen hin überprüft wird. Jede Verbesserung mündet anschließend wieder in einen Standard, der die Basis für weitere Veränderung ist. Diese kontinuierliche Verbesserung verbessert Bestandteil der täglichen Arbeit und ermöglicht, dass das Unternehmen erfolgreich am Markt ist.

  • Das Transparenz-Prinzip

Das Transparenz Prinzip geht einher mit der Wertschätzung der Mitarbeiter. Wie sollen Mitarbeiter einen Prozess verbessern können, wenn Ihnen Informationen vorenthalten werden? Ziel der Transparenz ist, dass durch Standards und dargestellte Betriebszustände schnellstmöglich auf Veränderungen reagiert werden kann. Transparenz schafft ein vergleich zwischen Soll und Ist, jeder Mitarbeiter kann aktiv mitgestalten. Außerdem führt nur eine eindeutige Darstellung des Prozesses mit entsprechenden Daten zu einer sicher Ausführung und Verbesserung.

  • Das Flexibilitäts-Prinzip

Flexibilität wird gerade in einer Zeit mit immer stärkeren Mega Trends wichtiger. Es gilt innerhalb kürzester Zeit auf Nachfrage-Änderungen reagieren zu können. Das Ziel im Lean Management ist es, dass alle Produkte jederzeit ohne Mehraufwand hergestellt werden können und ohne das weitere Grundsätze verletzt werden. Flexibilität ermöglicht neue Varianten schnell und einfach zu integrieren, Volumenschwankungen über die Betriebszeit auszugleichen und kurze Vorlaufzeiten ermöglichen späte Auftragsänderungen.

 

Werden diese Grundprinzipien berücksichtigt, steht einer schlanken Unternehmung im Sinne des Lean Managements nichts mehr im Wege und eine sehr hohe Wertschöpfung ist möglich.

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