Nachdem wir im letzten Beitrag einen kurzen Exkurs zu First Mover und Smart Follower hatten, kommen wir in diesem Beitrag zu weiteren Strategischen Ansätzen innerhalb des Innovationsmanagements. Durch eine bewusste Positionierung, können Risiken geplant werden und der Umgang damit kontrolliert werden. Kommen wir also zunächst zu den klassischen Innovationsstrategien nach Ansoff & Steward.

Innovationsstrategien

F&E – Kostenrate F&E – Fokussierung Risiken
1. First-to-Market-Strategy Sehr hoch Forschung und Entwicklung – Risiko des Scheiterns

– Hohe F&E Kosten und Markteinführungskosten

Follow-the-Leader-Strategy Hoch Entwicklung – Unzureichende Entwicklungen um sich dem First Mover anzupassen
Application-Engineering-Strategy Niedrig Anwendungsentwicklung – Verlust der technischen Kompetenz
Me-too-Strategy Sehr niedrig Anwendungsentwicklung & Konstruktion – Gefahr von Wertverlust bei Produktionsanlagen bei schnelllebigen Produkten

Das Zörgiebel Modell

Das Zörgiebel Modell stellt eine 3 dimensionale „Karte“ dar, mit deren Klassifizierung man eine entsprechende Marktstrategie bei Unternehmen definieren kann. Es handelt sich dabei um folgende Dimensionen: Zeit des Markteintritts, Grad der Marktabdeckung, sowie der Grad der Standardisierung. Hinsichtlich dem Grad der Standardisierung kann man so recht schnell zuordnen ob ein Unternehmen versucht Wettbewerbsvorteile durch eine steigende Standardisierung oder Individualisierung umzusetzen. Der Grad der Marktabdeckung zeigt, ob es sich um eine spezifische Industrie oder ein spezifisches Segment handelt, in dem sich das jeweilige Unternehmen bewegt. Die Zeit des Markteintritts definiert das Unternehmen schließlich noch, ob es sich um einen Technologieführer oder einen Technologie-Follower handelt.

Timing Strategie

Die Timing Strategie nach Buchholz, setzt sich mit der Zeit des Markteintritts, sowie der Zeit der Produkt-Entwicklung auseinander. Abhängig von der Zeit des Markteintritts, als auch von der Zeit der Produktentwicklung kann ein Unternehmen in 9 Strategien bzw. Positionierungen eingeteilt werden.

Timing strategy

  • Innovation leader

Der Innovations-Führer ist der Erste am Markt, der einen Innovationsimpuls in ein Produkt weiterentwickelt. Er ist also sowohl der Erste, der die Innovation entwickelt und zudem auch der Erste der das Produkt auf den Markt bringt. Die Vorteile dieser Strategie wurden bereits beim First Mover vorgestellt.

  • Overtaker

Der „Overtaker“ übernimmt eine entwickelte Technologie und hat anschließend zwei Möglichkeiten. Entweder er entwickelt die Innovation weiter und ist trotz der Weiterentwicklung der Erste am Markt, der diese einführt oder aber es wird Variante Zwei angewendet. Ein Unternehmen nimmt eine entwickelte Innovation auf und imitiert diese. Ziel dabei ist jedoch, dass die Imitation noch vor dem Pionier der Innovation auf den Markt kommt.

  • Opportunity loser

Der „Opportunity loser“ verpasst seine Chance, eine Innovation, die er als Erstes entwickelt hat auch als erstes auf den Markt zu bringen. Dies kann vorkommen, wenn ein Unternehmen sich zunächst dazu entschließt mit einer Innovation abzuwarten und in Wartestellung zu belassen. Die Folge ist, dass man die Chance vertan hat als Innovation leader auf den Markt zu kommen.

  • Watchful waiter

Der „watchful waiter“ wählt bewusst eine Strategie, nicht als erstes am Markt präsent zu sein. Gründe hierfür können eine sehr hohe Unsicherheit über die Marktsituation sein, hohe Kosten des Markteintritts, ein Kannibalisierungseffekt zu bestehenden Produkten oder auch weitere strategische Überlegungen.

  • Early improver

Der „early improver“ versucht so schnell wie möglich ein modifiziertes Produkt auf den Markt zu bringen.

  • Early imitator

Der „early imitator“ versucht eine Imitation der entwickelten Innovation so schnell wie möglich auf den Markt zu bringen.

  • Late improver

Der „late improver“ kommt frühestens an dritter Stelle in den Markt und muss daher mit einem erheblich verbesserten Produkt in den Markt eintreten.

  • Risk minimiser

Der Risiko-minimierer lässt sich am längsten Zeit und bringt auf einen bestehenden Markt als Letzer sein Produkt ein. Ein Unternehmen mit einer solchen Strategie ist sehr kosten-orientiert und versucht die Risiken eines Markteintritts auf ein Minimum zu senken.

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