In diesem Beitrag beschäftigen wir uns mit einem weiteren Teilbereich des Krisenmanagement, dem Sanierungsverfahren. Ist die Früherkennung von Krisensymptomen und Krisenursachen nicht erfolgreich, kann es nötig sein ein Sanierungsverfahren einzuleiten um das Unternehmen zu retten und den Fortbestand zu sichern.

Wir richten den Blick  auf Sanierungsverfahren in Österreich. Ein Großteil dieser Einteilung kann für Deutschland mit übernommen werden. Zunächst einmal kann unterschieden werden, zwischen einem außergerichtlichen Sanierungsverfahren und einem gerichtlichen Sanierungsverfahren. Sie stellen also fest, dass rechtliche Rahmenbedingungen existieren, weshalb Sie bei einem Sanierungsverfahren umgehend professionelle Hilfe in Anspruch nehmen sollten. Möchten Sie gerne mehr über Sanierungsverfahren wissen, können Sie die Literatur unten nutzen um sich tiefer mit der Thematik zu befassen. Wer sich mit dem Insolvenzrecht Deutschlands auseinander setzen möchte erhält im Insolvenzrecht auf Wikipedia einen kurzen Überblick.

Außergerichtliche Sanierungsverfahren können in Österreich in Form eines Moratorium, eines außergerichtlichen Ausgleichs, einer Teil-Liquidation oder einem Debt-Equity-Swap erfolgen. Gerichtliche Sanierungsverfahren können unterteilt werden in Insolvenzverfahren (Sanierungsverfahren bzw. Konkursverfahren) und eine Reorganisation.

Außergerichtliche Sanierungsverfahren

Moratorium

Bei einem Moratorium erfolgt eine Stundung der Gläubiger-Forderungen. Das heißt die Zahlungs- bzw. Tilgungsfrist von Forderungen wird verlängert um dem Schuldner (dem Unternehmen) zeitlichen Freiraum zu gewähren um die Unternehmenskrise zu überwinden. Gerade bei Zahlungsstockung also der kurzfristigen Zahlungsunfähigkeit empfiehlt sich diese Art des außergerichtlichen Sanierungsverfahrens. Wichtig ist es, ein Moratorium nur bei den größten Gläubigern anzufragen.

Außergerichtlicher Ausgleich

Der außergerichtliche Ausgleich ist ein Forderungsnachlass der Gläubiger. Das heißt die Forderungen werden verringert und das Unternehmen kann eine drohende Überschuldung beseitigen. Dieser Schritt empfiehlt sich, wenn unterschiedliche Forderungsquoten bei den Gläubigern befriedigt werden sollen. Dieser Forderungsnachlass ist in der Praxis meist mit Bedingungen an das Unternehmen verbunden, weshalb ein Moratorium vorzuziehen ist. Es sollte darauf hingewiesen werden, dass der Forderungsnachlass einer Einnahme gleich kommt und damit als Gewinn zu versteuern ist!

Teil Liquidation

Die Teil-Liquidation beschreibt den Verkauf eines Unternehmenszweigs bzw. Unternehmensteils um mit dem Verwertungserlös Forderungen der Gläubiger befriedigen zu können.

Debt-Equity-Swap

Der Debt-Equity-Swap ist der Tausch von Forderungen gegen Unternehmensanteile. Forderungen verwandeln sich durch einen solchen Tausch in Eigenkapital des Unternehmens. Bilanziell handelt es sich dabei um einen Passivtausch.

Vorteile einer außergerichtlichen Sanierung

Die Vorteile sind eine geringere Publizitätspflicht, das heißt die Öffentlichkeit nimmt weniger von der Sanierung zur Kenntnis als bei einem gerichtlichen Sanierungsverfahren. Die Abwicklung geht schneller von Statten und es muss kein Masseverwalter bestellt werden. Dies spart Zeit und Kosten. Ein entscheidender Grund für die außergerichtliche Sanierung ist zudem, dass der Unternehmer die vollständige Geschäftsfähigkeit behält.

gerichtliche Sanierungsverfahren

Sanierungsverfahren

Ein gerichtliches Sanierungsverfahren wird eingeleitet, indem ein Insolvenzverfahren eröffnet wird. Ein Insolvenzverwalter kann sowohl vom Unternehmen selbst, als auch von einem Gläubiger eingeleitet werden. Hinsichtlich der Begrifflichkeiten Konkursverfahren und Sanierungsverfahren, so handelt es sich beim Konkursverfahren um ein Insolvenzverfahren ohne einen Sanierungsplan. Bei einem Sanierungsverfahren hingegen handelt es sich um einen Insolvenzantrag mit Sanierungsplan. Auch wenn beim Konkursverfahren noch ein Sanierungsplan nachgereicht wird, bleibt die Bezeichnung des Konkursverfahren bestehen.

Im Zuge eines Sanierungsverfahren bzw. einer Insolvenzeröffnung, wird ein Insolvenzverwalter bestellt, der versuchen soll die Forderungen der Gläubiger zu befriedigen.

Reorganisation

Ein Reorganisationsverfahren ist nicht mit einer Insolvenz gleichzusetzen. Es handelt sich dabei eher um das Feststellen einer Krise. Zur Insolvenzvermeidung wird dann ein Reorganisationsverfahren als frühzeitige Reaktion auf die Unternehmenskrise eingeleitet. Im Zuge dieser Reorganisation werden unter gerichtlicher Aufsicht Sanierungsmaßnahmen eingeleitet um die Krise abzuwenden. Nach österreichischem Recht liegt Reorganisationsbedarf vor, wenn die Eigenkapitalquote unter 8 % liegt und die fiktive Schuldentilgungsdauer größer als 15 Jahre ist.

Um es garnicht erst zu einem Sanierungsverfahren kommen zu lassen sollten Sie als Unternehmer aktiv werden und ein antizipatives Krisenmanagement aufbauen um frühzeitig handeln zu können und Krisen abzuwehren.

Weitere Informationen zum Sanierungsverfahren erhalten Sie unter:

Weitere Informationen zum Krisenmanagement erhalten Sie unter: