Nachdem im Beitrag zuvor das Krisenmanagement vorgestellt wurde bzw. definiert wurde, was ein eine Krise ist, kommen wir in diesem Beitrag zu den Krisenursachen. Die Identifikation dieser Ursachen ist wichtig, da diese den Auslöser von Unternehmenskrisen darstellen. Diese Ursachen können nach mehreren Typen unterschieden werden. Eine Empfehlung weiterführender Literatur wäre Arno Muth: Krisenursachen und Krisensymptome.

Zunächst einmal gibt es einmalige Ursachen, wie Unglücksfälle oder Katastrophen. Diese Ursachen können in vielerlei Formen vorkommen, zeichnen sich jedoch durch ihre Einmaligkeit aus bzw. Seltenheit. Beispiele wären Naturkatastrophen, Sabotage oder Epidemien.

Weitere Ursachen, die nicht einmalig vorkommen, können detaillierter Unterschieden werden. Da man diese auf das Unternehmen bezieht kann es überbetriebliche– , zwischenbetriebliche– und innerbetriebliche Ursachen geben. Um überbetriebliche Ursachen handelt es sich beispielsweise bei einer Verschlechterung der Konjunktur, bei Wechselkursänderungen oder bei geänderten gesetzlichen Rahmenbedingungen. Die Finanzkrise wäre damit ebenfalls eine überbetriebliche Ursache für Unternehmenskrisen.

Zwischenbetriebliche Krisenursachen kommen auf Grund des Unternehmens und der Interaktion mit seiner Umwelt. Die 5 Forces von Porter eignen sich hier hervorragend um dieses Zwischenbetriebliche Umfeld abzubilden. Beispiele für zwischenbetriebliche Ursachen sind die Veränderung von Konsumentenbedürfnissen, technischer Fortschritt oder neue Marktteilnehmer.

Innerbetriebliche Krisenursachen betreffen entsprechend nur das eigene Unternehmen. Diese Ursachen sind also nicht von außen erzeugt, sondern durch Bestandteile des Unternehmens selbst. Da bei diesen Ursachen der Unternehmer die Besten Möglichkeiten hat, entgegenzuwirken sollte man meinen, die innerbetrieblichen Ursachen für eine Krise spielen keine große Rolle, wenn man Unternehmenskrisen betrachtet. Dieser Gedanke ist jedoch falsch! Wie der Kreditschutzverband ermittelt hat, liegen 87% der Krisenursachen an innerbetrieblichen Problemen. Es bleiben somit nur 13 %, welche durch äußere Einflüsse zu erklären sind.

Der Unternehmer sollte damit zwar nicht seine Umwelt aus den Augen verlieren, den Fokus im Bereich Krisenmanagement bzw. Krisenursachen auf den eigenen Betrieb richten. Innerbetriebliche Krisenursachen können in einer Vielzahl von Bereichen liegen, werden jedoch vermutlich erst durch ein komplexes Zusammenspiel eine existenzbedrohende Unternehmenskrise hervorrufen. Beispielhaft für innerbetriebliche Ursachen können in der Person des Unternehmers, Entscheidungs- bzw. Führungsfehlern liegen, der Organisationsgestaltung, im Vertrieb, im Produktsionsbereich, in der Beschaffung und Logistik, im Personalwesen, im Investitionsbereich, der Forschung und Entwicklung oder auch im Controlling.

Dieser Überblick der Krisenursachen sollte jeden Unternehmer etwas wachrütteln, sich mit dem Thema Krisenmanagement auseinander zu setzen. Die Komplexität, die durch die Vielzahl der Ursachen hervorgerufen wird, kann durch ein Frühwarnsystem gemildert werden. Wichtig ist es Symptome zu erkennen um möglichst frühzeitig Gegenmaßnahmen einleiten zu können.

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