Nachdem wir in vergangenen Beiträgen die Umwelt näher betrachtet haben, widmen wir uns nun dem Unternehmen. Je nach Interaktion zwischen Umwelt und Unternehmen kann es dabei zu Krisen kommen. Aus diesem Grund wird in diesem Beitrag versucht eine Grundlage für Krisenmanagement zu geben. Weitere Beiträge sollen zudem detailliertere Informationen zum Krisenmanagement abrunden. Bevor wir auf das Krisenmanagement eingehen, sollte jedoch der Begriff der Krise geklärt werden, sodass im folgenden von einer ähnlichen Interpretation ausgegangen werden kann.

Was also ist eine Krise?

Eine Krise stellt zunächst einmal einen Wendepunkt dar. Dieser ist zunächst völlig neutral und ohne Wertung aufzufassen. Eine Unternehmenskrise hingegen ist eine existenzbedrohende Situation für das Unternehmen. Fasst man das Unternehmen als Organisation auf, dann spricht man bei einer Krise davon, dass das Unternehmen nicht mehr auf die aktuelle Umwelt angepasst ist und eine Veränderung nötig ist. Näheres dazu findet sich im Buch von Kieser & Hegele (Kommunikation im organisatorischen Wandel).

Für die Betrachtung des Krisenmanagements wählen wir jedoch die Definition, dass es sich bei einer Krise um eine Existenzbedrohung des Unternehmen handelt. Eine Krise im weiteren Sinne wäre also eine Gefährdung existenzieller Unternehmensziele. Existenzielle Unternehmensziele sind die Sicherung von Erfolgspotentialen (Strategische Betrachtung), die Realisation dieser Potentiale (Erfolgsebene) sowie die operative Ebene in der diese Erfolgspotentiale zu Liquidität werden.

Entsprechend können auch Krisen unterschiedlich beurteilt werden. Es gibt die Strategiekrise, die Erfolgskrise und die Liquiditätskrise. Die Strategiekrise liegt vor, wenn keine Erfolgspotentiale in der Zukunft geschaffen werden. Eine Erfolgskrise liegt in Form eines Verlustes vor. Es handelt sich um eine Liquiditätskrise, wenn Verbindlichkeiten nicht mehr beglichen werden. Das Problem dieser Typisierung ist, dass die Entstehungsfolge dieser Krisen von der Strategiekrise zur Liquiditätskrise verläuft. Die Erkennungsfolge geht genau den anderen Weg. Man erkennt am Einfachsten die Liquiditätskrise, am Schwersten die Strategiekrise.

Eine weitere Typisierung von Krisen, kann dahingehend getroffen werden, wie Existenzbedrohend diese für das Unternehmen sind. Das Modell dieser Stufen wurde durch Hahn / Krystek entwickelt. Hierbei  noch ein Verweis auf das Buch von Krystek: Unternehmungskrisen. Unterschieden werden Krisen demnach in potentielle Krisen, Latente Unternehmenskrisen und akute Krisen.

Bei einer potentiellen Unternehmenskrise gibt es keine wahrnehmbaren Symptome der Krise. Ein Beispiel dafür wäre die Strategiekrise, die nicht durch ein Symptom festgestellt werden kann. Lediglich durch eine ständige Überprüfung und Wandlung der Strategie kann eine präventiv vorgebeugt werden.

Eine latente Unternehmenskrise ist eine Krise, die nicht unmittelbar erkennbar ist, jedoch existiert. Eine latente Krise gefährdet die Unternehmensziele, weshalb Instrumente zur Früherkennung geschaffen werden müssen, um den Fortbestand des Unternehmens zu sichern.

Akute Unternehmenskrisen liegen vor, wenn der Erfolg und die Liquidität des Unternehmens massiv gefährdet sind. Werden akute Krisen Frühzeitig erkannt, können noch Maßnahmen eingeleitet werden um entgegen zu wirken. Allerdings herrscht bei akuten Krisen meist extremer Zeitdruck, sowie ein Entscheidungszwang. Wird eine akute Krise zu spät erkannt, bleibt als Letzte Möglichkeit manchmal nur noch die Liquidation des Unternehmens.

Die Kategorisierung einer Krise zeigt bereits in welchem Spannungsfeld sich das Krisenmanagement eines Unternehmens bewegt. In nachfolgenden Beiträgen wird näher auf Bestandteile von Krisen, sowie des Krisenmanagement eingegangen.

Weitere Informationen zum Krisenmanagement erhalten Sie unter: