In diesem Beitrag beschäftigen wir uns nach den Grundlagen des Innovationsmanagements mit Innovationssystemen, also der strukturierten Steuerung von Innovationen.

Ein Innovationssystem hat dabei die Aufgabe die verschiedenen Rollen und Beziehungen aller Beteiligten zu vereinen und diverse Zielkonflikte zu lösen bzw. zu berücksichtigen. Es geht darum zwischen den aktiven Personen (Verantwortliche der Innovation) und den passiven Personen (Von der Innovation Betroffene) zu vermitteln. Ein Innovationssystem innerhalb einer Unternehmens kann divers Ausgestaltet werden, es kann dabei Bestandteil aller im Unternehmen sein, also in der Unternehmenskultur verankert sein oder aber es gibt spezielle Innovations-Abteilungen oder lediglich Innovations-Projekte. Diese können dann entweder hierarchisch von Vorgesetzten gesteuert und kontrolliert werden oder auch nicht hierarchisch.

Es gibt zwei Ansätze wie mit Innovationsmanagement bzw. Innovationssystemen innerhalb eines Unternehmens umgegangen werden sollte.

Ansatz 1: „Alle Unternehmen müssen als Ganzes innovativ sein.“

Ansatz 2: „Alle Unternehmen sollten sich ihrer Innovationskraft bewusst sein und Innovationen erleichtern und Ihnen gegenüber offen sein.“

Der zweite Ansatz ist hierbei der neuere Ansatz. Wichtig ist, dass ein Unternehmen zumindest den zweiten Ansatz vertreten sollte, wenn schon nicht in der gesamten Unternehmung eine Offenheit gegenüber Innovationen erzeugt werden kann. Kommen wir zurück zur Frage, wie Innovationen in einem Unternehmen gesteuert werden können. Wie bereits geschrieben gibt es einen hierarchischen und einen nicht hierarchischen Ansatz. Der hierarchische Ansatz oder auch das mechanische Managementsystem setzen auf eine sehr gut strukturierte Bürokratie, auf etablierte und wohlüberlegte Ziele, hierarchische Organisationsstrukturen und auf Loyalität und Gehorsam gegenüber Vorgesetzten.

Dem gegenüber steht ein nicht hierarchischer organischer Management Ansatz. Diesen Management Ansatz zeichnen „verschwommene“ und wechselnde Ziele aus, welche auf wechselnde Umweltbedingungen zurückzuführen sind. Man versucht Probleme zu lösen und nicht an Rechte und Pflichten zu denken. Die Kontrolle der Arbeit wird in Netzwerken und nicht von Vorgesetzten vorgenommen.

Wichtig festzuhalten ist, dass trotz einer Tendenz zum organischem Management Ansatz, der mechanische Management Ansatz vernachlässigt werden sollte. Das Optimum stellt daher auch eine Kombination beider Systeme dar, da man dadurch die jeweiligen Schwächen mildert. Während man den mechanischen Ansatz zunächst als „blockierend“ bei Innovationen empfindet, lassen sich dennoch auch Vorteile dieses Ansatzes finden. Die Kosten sind im mechanischem Management Ansatz wesentlich besser auf diverse Projekte verteilt, da diese wesentlich strukturierter ablaufen. Diese Struktur schränkt die Innovation zwar ein, stellt jedoch sicher, dass die Gesamtstrategie des Unternehmens in der Innovation berücksichtigt wird. Empirisch belegt ist bisher auch nur, dass ein Unternehmen offen sein muss für Veränderungen und Innovations-Initiativen unterstützen sollte. Zusätzlich gibt es 7 Grundsätze die in einer Kombination der Management Systeme gelten sollten:

  • Offenes System

Das Unternehmen sollte zunächst als System verstanden werden, welches eine Vielzahl an Sub-Systemen beinhaltet. Es sollte gezielt Raum für Innovationen geschafften werden, indem man eine Unternehmenskultur des offenen Dialogs pflegt, Messen und Ausstellungen besucht und sich neuem gegenüber nicht verschließt.

  • Grad der formalen Organisation

Die formale Gestaltung der Organisation sollte auf ein Minimum beschränkt sein. Im Unternehmen sollten Freiräume geschaffen werden und wenige Vorgänge durch Beschränkungen definiert werden.

  • Informationsstil

Innerhalb des Unternehmens sollten Probleme bei Innovationen vorrangig zu Routine-Tätigkeiten betrachtet werden. Außerdem sollten informelle Beziehungen durch wenig Standardisierung ermöglicht werden.

  • Förderung der Zusammenarbeit

Das Unternehmen muss es ermöglichen sich abteilungsübergreifend auszutauschen und zusammen zu arbeiten. Respekt und Verständnis für Andere sollten einer der Wichtigsten Grundsätze innerhalb der Unternehmenskultur einnehmen.

  • Konfliktmanagement

Konflikte sollten nur bedingt toleriert werden und mittels Kommunikation gelöst werden. ABER der gezielte Einsatz von provozierenden Konflikten kann auch neue Ideen hervorbringen.

  • Rescruitíng und Incentives

Die Personalbeschaffung hat die Aufgabe, dass auch Personen rekrutiert werden, die unkonventionell Denken und versuchen Probleme auf andere Weise zu lösen. Es können auch bewusst Personen ausgewählt werden, welche zu Konflikten führen und spezielle Persönlichkeiten besitzen. Innerhalb des Unternehmens sollte zudem eine Kultur geschaffen werden, die Innovationen mit Belohnungen fördert, gleichzeitig bei Scheitern keine Bestrafung fordert.

  • Kompetenz und Verantwortung

Entscheidungsspielräume müssen von der Führungskraft deligiert werden um Raum für Entscheidungen zu schaffen. Diese neue Entscheidungsmacht erfordert jedoch auch hohe Kompetenzen bei den Mitarbeitern, denen diese Macht zukommt.

 

Die Institutionalisierung von Innovationssystemen

Um ein Innovationssystem innerhalb eines Unternehmens zu institutionalisieren gibt es zwei Möglichkeiten. Die eine Möglichkeit besteht darin, diese im Organigramm des Unternehmens einzubauen in Form einer Stabsstelle oder in Form von Multi-Projekt-Centern oder aber man führt eine Projektorganisation für das gesamte Unternehmen aus.

Stabsstelle

Zunächst einmal ist eine Stabsstelle eine Organisationseinheit, die einer Abteilung zugeordnet ist. Sie ist also an ein hierarchisches Level gebunden. Das Problem der Stabsstelle ist, dass kaum Kompetenzen hinsichtlich Handlungsmacht bestehen und daher schwer Überzeugung bei Projekten erzeugt werden kann. Ein Innovationssystem in Form einer Stabsstelle wäre daher eher als beratende Unterstützung anzusehen, jedoch nicht als Einheit die selbst Innovationen steuern kann.

Multi-Projekt-Center

Ein Multi-Projekt-Center ist eine dauerhaft im Unternehmen implementierte Einheit, die die Innovationsprojekte innerhalb des Unternehmens bewacht. Es handelt sich dabei um eine eigene Abteilung weshalb hierbei auch von Weisungsbefugnis auszugehen ist. Das Multi-Projekt-Center muss als eigene Abteilung daher Projekte planen, steuern und auch kontrollieren. Dazu gehört die Zuteilung von Ressourcen, die Informationsverteilung und die Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen.

Projektorganisation

Hinsichtlich der Projektorganisation gibt es mehrere Ansätze wie diese in einem Unternehmen umgesetzt werden kann. Zunächst einmal kann die Abteilung die am Meisten von Innovationen betroffen ist die Federführende Abteilung werden, die verantwortlich für Innovationen ist. Auftretende Konflikte müssen zwischen den Abteilungen direkt gelöst werden bzw. einer übergeordneten Stelle. Ein weitere Ansatz ist das Stabsmodell. Dieses Modell ist ebenfalls hierarchisch aufgebaut. Die einzelnen Stabsstellen haben zwar keine Macht in Form von Weisungsbefugnis können jedoch auch Moderator einbezogen werden. Außerdem können sie den Informationsfluss innerhalb des Unternehmens steuern. Ein weiterer Ansatz ist, der Einsatz von einer reinen Projekt-Organisation. Man besitzt also entweder eine Art Task-Force innerhalb des Unternehmens die Innovationsprojekte übernehmen und fortführen oder aber man verwendet eine projektorientierte Linien-Organsiation. Dabei werden Projektteams abteilungsübergreifend ausgewählt, die ausgewählte Projekte fortführen. Die letzte Möglichkeit ist die Einführung eines Matrix-Projekt-Managements. Hierbei gibt es für beteiligte des Projekt-Teams zwei Vorgesetzte, dies sind zum einen der Linien-Vorgesetzte, sowie der jeweilige Projektmanager, in dessen Projekt man mitarbeitet.

Je nach Unternehmensgröße gibt es also diverse Möglichkeiten, wie ein Innovationsmanagement innerhalb des Unternehmens institutionalisiert werden kann. Wichtig bleibt dennoch festzuhalten, dass in allen diesen Erscheinungsformen die 7 Grundsätze eines Innovationssystems nicht vernachlässigt werden dürfen.
Weitere Informationen zu Innovationsmanagement erhalten Sie unter: