Nachdem bereits die Eigenschaft von Unternehmen in Form von Ambidexterity vorgestellt wurde, kommen wir in diesem Beitrag zu disruptiven Innovationen.

Was sind disruptive Innovationen?

Christensen beschreibt „Disruption“ als „a process whereby a smaller company with fewer resources is able to successfully challenge established incumbent businesses. Specifically, as incumbents focus on improving their products and services for their most demanding (and usually most profitable) customers, they exceed the needs of some segments and ignore the needs of others. Entrants that prove disruptive begin by successfully targeting those overlooked segments, gaining a foothold by delivering more-suitable functionality—frequently at a lower price. Incumbents, chasing higher profitability in more-demanding segments, tend not to respond vigorously. Entrants then move upmarket, delivering the performance that incumbents’ mainstream customers require, while preserving the advantages that drove their early success. When mainstream customers start adopting the entrants’ offerings in volume, disruption has occurred.”(Christensen, Raynor, & McDonald, Harvard Business Review, 2015)

Zusammengefasst durch Thomond und Lettice „A disruptive innovation is a successfully exploited product, service or business model that significantly transforms the demands and needs of a mainstream market and disrupts its former key players.” (Thomond & Lettice, 2002)

Betrachtet man die Anzahl der Artikel bzw. Publikationen, welche das Schlagwort der disruptiven Innovationen aufweisen, so lässt sich ein enormer Anstieg feststellen. Christensen verweise jedoch darauf, dass der Begriff der disruptiven Innovationen zu häufig Verwendung findet, obwohl Autoren keine Bücher oder Artikel darüber gelesen haben. Weiter schreibt Christensen, dass „viele Forscher, Autoren und Berater den Begriff der disruptiven Innovationen benutzen um jegliche Situationen zu beschreiben in der eine Industrie erschüttert wird und der Marktführer ins straucheln geraten ist.“ Diese Verwendung geht Christensen dabei jedoch zu weit. (Christensen, Raynor, & McDonald, Harvard Business Review, 2015)

Aanzahl artikelbbildung 1: Anzahl der Artikel betreffend „Disruptive Innovation“ und „Diruptive Technology“ (Christensen, Raynor, & McDonald, Harvard Business Review, 2015)

Greift man nun die Definition von Christensen auf, wie er eine disruptive Innovation beschreibt, so kann man dabei festhalten, dass führende Unternehmen ihre Produkte für die größte Kundengruppe weiterentwickeln. Wichtig ist, dass dabei die Kundenwünsche von einigen Kunden übertroffen werden und einige Kundenwünsche gänzlich ignoriert werden. Kleinere Unternehmen können wiederum die Kundenwünsche aufgreifen, die vom Marktführer übertroffen werden und geeignetere Funktionalität anbieten. Diese kleinen Unternehmen starten daher mit zunächst günstigeren Produkten, bewegen sich dann jedoch hin zum Massenmarkt. Die Marktvorteile, den die „Markteinsteiger“ zu Beginn ihrer Aktivität haben, bleiben ihnen auch dabei noch erhalten. Dies können beispielsweise Kostenvorteile oder auch technologische Vorteile sein. Der frühere Marktführer stattdessen, entfernt sich durch seine Weiterentwicklung immer weiter vom Massenmarkt, während sich der Markteinsteiger sich diesem immer weiter annähert. Die Situation, mit der sich der aktuelle Marktführer konfrontiert sieht, verdeutlicht nachfolgende Grafik.

disruptive innovations

Abbildung 2: Das disruptive Innovationen Modell (Christensen, Raynor, & McDonald, Harvard Business Review, 2015) und (Christensen, The Innovator`s Dilemma, 2015, S. 12)

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